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Expertenstandard: Schmerzmanagement in der Pflege
Praxistipps nach dem Expertenstandard

Schmerz ist eine unangenehme oder sogar unerträgliche sinnliche Wahrnehmung und eine seelische Belastung. Verursacht wird er durch geschädigtes Gewebe oder eine drohende Gewebeschädigung. Seine Hauptfunktion: Er signalisiert dem Körper, dass er auf einen Reiz reagieren muss, um Schaden abzuwenden. Wahrgenommen wird Schmerz, wenn bestimmte Nervenendigungen – sogenannte Nozizeptoren – gereizt werden. 

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Akute und chronische Schmerzen 

Akute Schmerzen treten plötzlich auf, sind zeitlich begrenzt und haben oft eine klar erkennbare Ursache – z. B. Wunden nach einer Operation oder ein Knochenbruch bei einem Unfall. Solche Schmerzen schränken die Bewegung ein und fördern so die für Heilungsprozesse nötige Ruhigstellung. 

Chronische Schmerzen treten über mehr als 3 Monate wiederkehrend oder durchgängig auf. Sie können eine klare Ursache haben – z. B. eine rheumatische Erkrankung. Oft gibt es auch mehrere ineinandergreifende Ursachen. Menschen mit chronischen Schmerzen leiden körperlich und seelisch besonders stark und sind häufig auch im sozialen Leben eingeschränkt. 

Schmerzen gehen von sogenannten Nozizeptoren aus. Das sind freie Nervenendigungen, die auf thermische, chemische, mechanische oder elektrische Einwirkungen reagieren. Sie kommen in allen schmerzempfindlichen Geweben vor.  

Schmerzarten 

Somatische Schmerzen treten direkt am Ort der Reizeinwirkung auf, z. B. an einer Schnittwunde, an verbrannter Haut oder am Ort eines Knochenbruchs. Übertragen werden die Schmerzreize durch Nozizeptoren in Haut, Muskeln, Knochen, Gelenken und im Bindegewebe.  

Viszerale Schmerzen gehen von inneren Organen aus und fühlen sich meist dumpf an. Häufig kommen Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche und andere Symptome dazu. Manchmal verspüren die Betroffen den Schmerz nicht direkt an der Stelle der Reizeinwirkung, manchmal sogar weit davon entfernt. 

Neuropathische Schmerzen – auch Neuropathien oder Nervenschmerzen genannt – entstehen durch Schädigungen von Nerven, z. B. als Folge von Diabetes mellitus. Diese Schmerzen werden oft als kribbelnd, brennend oder stechend empfunden. 

Somatoforme Schmerzen treten ohne erkennbare körperliche Ursache auftreten. Oft haben sie psychische Ursachen. Häufig werden sie durch Stress, seelische Krisen oder menschliche Konflikte ausgelöst. 

Die Schmerzarten können einzeln auftreten, aber auch gemischt, was die Ermittlung der individuellen Ursachen erschwert. Außerdem liegen oft verschieden Ursachen gleichzeitig vor. 

Schmerzen beurteilen 

Jeder Mensch hat eine individuelle Schmerzschwelle. Das heißt: Die Stärke eines Reizes, ab der Schmerzen empfunden werden, ist individuell verschieden. Behandlungen richten sich nach den tatsächlich empfundenen Schmerzen. 

Da Schmerzen individuell verschieden empfunden werden, sind Aussagen der Betroffenen für die Schmerzbeurteilung sehr wichtig. 

Aber auch nonverbale Signale der Betroffenen geben wichtige Informationen. Viele Menschen verharmlosen ihre Schmerzen, z. B. weil sie niemandem zur Last fallen wollen oder glauben, dass Schmerzen im Alter unvermeidlich sind. Manchmal zeigt sich das wahre Ausmaß der Schmerzen vor allem in der Mimik und Gestik der Betroffenen. 

Auch Angehörige können wichtige Informationen geben, wenn die betroffene Person damit einverstanden ist. Sie können z. B. beschreiben, was aus ihrer Sicht die Schmerzen lindert oder verschlimmert. 

Wichtige Fragen für die Schmerzbeurteilung sind: 

  • Wo treten die Schmerzen auf? 
  • Sind es andauernde oder wiederkehrende Schmerzen? 
  • Zu welchen Zeiten treten die Schmerzen auf? 
  • Was verschlimmert oder lindert Schmerzen? 
  • Was wünscht sich die Person in Bezug auf ihre Vorstellungen von Lebensqualität? 

Schmerzskalen, die Schweregrade der Schmerzen in Zahlen oder Bildern darstellen, helfen den Betroffenen, die empfundene Schwere der Schmerzen zu benennen. Außerdem zeigen diese Skalen Behandlungserfolge und steigern so die Motivation der behandelten Person. 

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Schmerzen behandeln 

Die Behandlung soll das Schmerzempfinden stabilisieren, damit sich die betroffene Person ausreichend bewegen und möglichst selbstständig handeln kann. Außerdem soll sie befähigt werden, schmerzbedingte Herausforderungen zu bewältigen. 

Ein wichtiger Faktor der Schmerztherapie ist Kontinuität. Lücken im Therapieverlauf verhindern die Stabilisierung des Schmerzempfindens. 

Aber auch bei kontinuierlicher und wirksamer Behandlung chronischer Schmerzen können sogenannte Durchbruchsmerzen auftreten, für die eine passende Bedarfsmedikation geplant und bereitgestellt werden muss. 

Psychische und soziale Leiden behandeln 

Die psychische und soziale Situation der betroffenen Person können Schmerzen stark beeinflussen. Angst vor Schmerzen oder das Gefühl, diesen machtlos ausgeliefert zu sein, kann das Schmerzempfinden verstärken. Das gleiche gilt z. B. für finanzielle Sorgen oder Beziehungsprobleme. Diese Faktoren müssen in die Behandlung einbezogen werden. 

Das sogenannte Total-Pain-Konzept beachtet auch spirituelle und religiöse Aspekte bei der Bewältigung von Schmerzen. Das Konzept wird häufig in der Palliativmedizin angewendet. 

E-Learning-Kurse zum Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege

Für Pflegefachpersonen bietet Pflegeclever E-Learning-Kurse zum Thema an. Diese vermitteln anwendbares Praxiswissen. Interaktionen, Fallbeispiele und Überprüfungsfragen unterstützen die Lernerfahrung. Zertifikate bestätigen die Absolvierung der Kurse. 

Expertenstandard Schmerzmanagement

Dieser Kurs behandelt die Durchführung des Schmerzassessments und die Planung der Maßnahmen in einem Behandlungsplan. Dazu gehören nicht nur medikamentöse Maßnahmen, sondern auch Information, Schulung und Beratung. Durch die Evaluation der Therapieziele wird festgestellt, ob die verschiedenen Maßnahmen wirksam sind oder ob Anpassungen erforderlich sind.

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Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege

FAQs

Was ist der Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege?

Der Expertenstandard liefert auf wissenschaftlicher Basis Informationen und Handlungsempfehlungen für das Schmerzmanagement bei Menschen mit Pflegebedarf.  

Wer hat den Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege entwickelt?

Eine Expertenarbeitsgruppe aus Forschung und Pflegepraxis hat den Expertenstandard im Auftrag des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) entwickelt. Unterstützt wurde die Arbeitsgruppe durch ein wissenschaftliches Team der Hochschule Osnabrück. 

Was ist das Ziel des Expertenstandards Schmerzmanagement in der Pflege?

Ziel des Expertenstandards ist die evidenzbasierte Förderung der Qualität der Pflege von Menschen mit Schmerzen auf der Basis von wissenschaftlichen Studien und Praxiserfahrungen. 

An wen richtet sich der Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege?

Der Expertenstandard richtet sich an Pflegefachpersonen. Er beschreibt deren Aufgaben und Verantwortungsbereiche im Rahmen der multidisziplinären Betreuung von Menschen mit akuten und chronischen Schmerzen. 

Welche Prinzipien liegen dem Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege zugrunde?

Der Expertenstandard betont einen ganzheitlichen und personenzentrierten Ansatz des Schmerzmanagements von Menschen mit Pflegebedarf. Er beschreibt das Schmerzassessment, individuelle Behandlungspläne, interdisziplinäre Zusammenarbeit, die professionelle Kommunikation mit Betroffenen sowie die Evaluation von Maßnahmen. 

Wie geht der Expertenstandard Schmerzmanagement auf verschiedene Schmerzarten ein?

Der Expertenstandard differenziert die verschiedenen Schmerzarten und beschreibt die jeweils passenden Strategien für das Schmerzmanagement. Er unterscheidet zum Beispiel akute und chronische Schmerzen sowie somatische, viszerale, neuropathische und somatoforme Schmerzen. 

Was sind die wichtigsten Bestandteile des Schmerzassessments nach dem Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege?

Der Expertenstandard betont die Bedeutung einer fachgerechten Schmerzbeurteilung.  Diese bewertet z. B. die Intensität, Lokalisation, Dauer und Qualität der Schmerzen sowie deren Auswirkungen auf den Lebensalltag, das seelische Wohlbefinden und die sozialen Beziehungen. 

Worin sieht der Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege die Grundlage für eine wirksame Schmerzbehandlung?

Laut Expertenstandard kann eine wirksame Schmerzbehandlung nur in multiprofessioneller Zusammenarbeit gelingen. Pflege, Medizin, Physio- und Psychotherapie und weitere Berufsgruppen müssen gemeinsam zum Wohl der betroffenen Menschen handeln. 

Wie fördert der Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege die Patient*innenedukation?

Der Expertenstandard betont, dass nur gut informierte Personen am eigenen Schmerzmanagement mitwirken können. Das Wissen zur Behandlung ist Voraussetzung, um z. B. die kontinuierliche Medikamenteneinnahme abzusichern oder die Betroffenen zu motivieren, physiotherapeutische Übungen selbstständig durchzuführen. 

Welchen zeitlichen Abstand empfiehlt der Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege Evaluationen von Schmerzbehandlungen?

Laut Expertenstandard soll der Erfolg der Maßnahmen zum Schmerzmanagement täglich evaluiert werden. Zusätzliche Evaluationen sind nach Interventionen erforderlich, z. B. nach der Einnahme einer Bedarfsmedikation oder nach einer nicht-medikamentösen Maßnahme zur Schmerzlinderung. 

Eine Übersicht mit Kursen zu Expertenstandards in der Pflege finden Sie in unserer Kursbibliothek.

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